30.06. 2008
Die deutsche Nationalmannschaft hat sich also auf den zweiten Platz gemogelt gespielt. Eigentlich doch bemerkenswert, wenn man sich das so angesehen hat. Es war ja nicht schlecht, was da so kam, aber eben “nur” oberstes Bundesliganiveau in den guten Spielen. Offenbar fehlen uns Spieler, die ausreichend Erfahrungen in Ligen haben, in denen deutlich schneller gespielt wird.
Ansonsten bleibt nur ein Glückwunsch nach Spanien. Da hat durchaus eine Mannschaft verdient das Turnier gewonnen (was ja nicht immer der Fall ist, wie man bei der Weltmeisterschaft hierzulande gesehen hat).
Was bleibt sonst? Ein gewisses Amüsement gegenüber den Niederlanden, denn was bringt es schon, eine schick anzuschauende Gruppenphase zu spielen, wenn man im entscheidenden Moment versagt. Respekt vor Russland; da steckt eine Menge Potenzial für ganz große Sachen drin und ich freue mich schon auf die gemeinsame WM-Qualifikation. Und nicht weniger Respekt vor den Türken mit ihren Last-Minute-Spielen und dem ganzen Drumherum hier in Berlin-Neukölln.
Die letzten drei Wochen haben eine Menge Spaß gemacht. Heute also einen Tag Sommerpause und morgen beginnt die Saison-Vorbereitung beim FC Energie. Gut so!
24.06. 2008
Vor der aktuell laufenden Fußball-Europameisterschaft fand überigens die Europeada statt. Dabei handelt es sich um eine Fußball-Europameisterschaft der sprachlichen (autochthonen) Minderheiten. Die Lausitzer Sorben waren mit einer sehr jungen Mannschaft vertreten und erreichten den Gruppensieg in Gruppe E. Im Viertelfinale musste man sich allerdings den Dänen in Deutschland geschlagen geben. Sieger wurden die Südtiroler. Die Lausitz hat sich auch als Veranstalter der nächsten Europeada im Jahr 2010 beworben. Mehr zum Turnier findet man in der Wikipedia.
23.06. 2008
Timo Rost hat die Spekulationen um seinen Wechsel zum ersten FC-Nürnberg beendet.
Nur soviel: Es gibt für mich keinen Grund zu wechseln. Cottbus spielt in der 1. Liga, Nürnberg in der 2., da brauchte ich nicht lange zu überlegen.
Das sagte er dem ‘Kicker. Das ist doch mal eine Ansage. Nach den letzten beiden Spielzeiten wechselten die aktuellen Kapitäne Gregg Berhalter (1860 München) und Kevin McKenna (1. FC Köln) von der ersten in die zweite Liga. Besonders beliebt machte sich dabei McKenna. Der sicher nicht schlecht bezahlte Profi begründete seinen Wechsel gegenüber der sozial schwachen Region Niederlausitz mit den Worten, er müsse “eine Familie ernähren”.
12.06. 2008
Im Jahr der Mathematik und der Fußball-EM ist es fast zwingend, dass das Berliner Forschungszentrum MATHEON mitspielt und für zwei Abende an der Urania seinen Untertitel „Mathematik für Schlüsseltechnologie“ in „Mathematik für Fußballfragen“ ändert. Auch Mathematikerinnen und Mathematiker sind fußballbegeistert und können Erstaunliches dazu beitragen, dem Spiel neue Aspekte hinzu zu fügen.
Am 18. und 27. Juni finden verschiedene Vorträge zum Thema in der Berliner Urania statt, darunter “Ersatzgeschwächt – Spieler und Verletzungen” mit Dr. Andreas Koch (Mannschaftsarzt Energie Cottbus). Weiterhin wird gezeigt, wie Mathematik beim Verständnis von Knieverletzungen oder der Berechnung des erfolgversprechendsten Elfmeterschusses helfen kann. Noch mehr gibt es im Gesamtprogramm.
6.06. 2008
Ich konnte mal wieder Beruf und Hobby verbinden:
Portugal wird Fußball-Europameister. Das ergab eine Simulation des Turniers mit der Engine des Spiels UEFA Euro 2008. Im Finale treffen demnach Portugal und Italien aufeinander. Der amtierende Weltmeister kann sich jedoch nicht durchsetzen und verliert 1:2.
Weiter bei meinem neuen Geldgeber.
5.06. 2008
Heute bekam ich Post vom FC Energie. Man bietet mir eine Verlängerung meiner Dauerkarte an. Das Beste: Sie wird zehn Euro billiger (154 Euro). Wo gibts denn sowas heute noch? Wenn ich mich schnell entscheide und bis Ende Juni buche, fallen weitere elf Euro weg und ich bekomme einen Zehn-Euro-Gutschein für den Fanshop. Also kann ich praktisch 31 Euro im Vergleich zum Vorjahr sparen. Das nenn ich mal ein Angebot. Ich bin dabei!
2.06. 2008
Letzte Woche beschloss der Fußball-Weltverband FIFA die zukunftsweisende “6+5-Regel”. Heißt: Bei Anpfiff dürfen dann maximal noch fünf ausländische Spieler auf dem Platz stehen. In zwei Jahre soll es losgehen.
Leider werden die EU-Bürokraten diese Revolution mit Hinweis auf freie Arbeitsplatzwahl stoppen.
Das war heute in der Bild zu lesen. Und es stellt sich die Frage, was an dieser Regelung nun besonders Revolutionär sein soll. Es läuft darauf hinaus, dass sich die großen, finanzstarken Vereine gut besetzen können und kleinere Clubs nehmen müssen, was der deutsche Spielermarkt noch so Bezahlbares hergibt. Die Liga wird also noch deutlich stärker von der finanziellen Situation der einzelnen Vereine geprägt.
Ein oft angeführtes Argument ist die größere Identifikation, die es mit Mannschaften geben soll, in denen mehr Spieler aus der Region auflaufen. In der Praxis ist es nicht haltbar. Die Stadien füllen sich, wenn ein Verein erfolgreich und gut spielt, nicht wenn eine Reihe Einheimischer über das Feld stolpern. Mir zumindest ist es herzlich gleichgültig, ob der FC Energie von einem Stürmer aus Groß Gaglow oder Indonesien zum Klassenerhalt geschossen wird. Zumal selbst die deutschen Spieler in den oberen Ligen nicht aus der Region, sondern aus ganz anderen Teilen des Landes stammen. Wem letztlich wichtiger ist, dass ein Mannschaftsmitglied aus dem Pott statt aus Polen kommt, dem kann man eine gewisse Portion Nationalismus nicht absprechen. Und wer möchte solche Leute schon um sich haben?
Ebenso unsinnig ist das Argument, dass Länder mit der 6+5-Regel bessere Möglichkeiten in internationalen Vergleichen der Nationalmannschaften hätten. Das mag für einige wenige Staaten wie England so sein, wenn auch nicht zwingend. Kleinere Fußball-Nationen wären aber auch hier schlechter dran, weil weniger nationale Spieler schon auf Vereinsebene international Erfahrung sammeln können.
Letztlich bleibt nur das Fazit: Die 6+5-Regelung ist eine Machenschaft von weltfremden Funktionären. Sie ist genauso nützlich wie Anstoßzeiten zur Mittagszeit, die Aufspaltung der Spieltage und Relegationsspiele. Wir brauchen sie nicht!
Die Vorbereitungen für die neue Saison laufen auf vollen Touren, obwohl für die Spieler aktuell Urlaubszeit ist. Nachdem in den letzten Tagen bereits einige Neuverpflichtungen getätigt wurden, die recht vielversprechend aussehen, startete heute ein neues Großprojekt: Der Bau der neune Südtribuene. Die Offiziellen tätigten den ersten Spatenstich. Die Entstehung kann wieder per Webcam verfolgt werden.