3.09. 2009
Fußballfans sollen sich künftig an einen Verhaltenscodex während der Anreise zu den Spielen ihrer Clubs halten. (…) Künftig sollen vor den Spielen Handzettel mit den wichtigsten Botschaften des Codex’ verteilt werden.
Das berichtet Sportal.de. Was bitte soll das denn werden? Vielleicht ein paar Vorschläge: Vor der Auswärtsfahrt Zähne putzen. Alten schwangeren Damen den Sitzplatz im Raucherabteil anbieten. Und jeder nur ein Kreuz.
1.11. 2008
Die Sport-Offiziellen schaffen es tatsächlich, ihr eigenen Aktionen aufs Feinste zu torpedieren. Einerseits lässt man die Spieler und Schiedsrichter mit FARE-Aktionen gegen Rassismus werben. Gleichzeitig startet das Internationale Olympische Komitee einen neuen Vorstoß in Richtung 6+5-Regelung.
In den europäischen Top-Ligen ist es längst selbstverständlich, dass Mannschaften international zusammengesetzt sind. Beim FC Energie standen beispielsweise bei der Wahl zum Spieler des Jahres in den letzten Spielzeiten mit einer Ausnahme (Timo Rost) immer nichtdeutsche Profis ganz oben: Tomislav Piplica (Bosnien), Sergiu Radu (Rumänien), Mariusz Kukielka (Polen) oder Kevin McKenna (Kanada). Bei anderen Vereinen sieht es nicht anders aus.
Die alten Herren meinen hingegen, dass die Identifikation größer Wäre, wenn mehr Spieler der gleichen Nation auf dem Feld stehen. Der Masse der Fans wird also ein zumindest unterschwelliger Nationalismus unterstellt. Schon allein deshalb gilt es, diesem Bestreben entgegenzutreten.
1.10. 2008
Die Bekanntgabe der Spielorte für die Frauenfußball-WM 2011 war doch eine Farce. Eben weist man in Hoffenheim noch sämtliche Klüngelei mit dem DFB weit von sich, schon sichert man sich den nächsten Treffer.
Sinsheim ist der Gewinner der Stadionvergabe für die Frauen-WM 2011, Bielefeld und Magdeburg sind die Verlierer unter den elf Bewerberstätten. Das ist für die beiden traditionsreichen Fußballstädte nur schwer nachzuvollziehen.
So der Spiegel. Ich gehörte ja nun wahrlich bisher nicht zu den typischen Hoffenheim-Hassern. Allerdings finde ich langsam keine Argumente mehr dagegen.
2.06. 2008
Letzte Woche beschloss der Fußball-Weltverband FIFA die zukunftsweisende “6+5-Regel”. Heißt: Bei Anpfiff dürfen dann maximal noch fünf ausländische Spieler auf dem Platz stehen. In zwei Jahre soll es losgehen.
Leider werden die EU-Bürokraten diese Revolution mit Hinweis auf freie Arbeitsplatzwahl stoppen.
Das war heute in der Bild zu lesen. Und es stellt sich die Frage, was an dieser Regelung nun besonders Revolutionär sein soll. Es läuft darauf hinaus, dass sich die großen, finanzstarken Vereine gut besetzen können und kleinere Clubs nehmen müssen, was der deutsche Spielermarkt noch so Bezahlbares hergibt. Die Liga wird also noch deutlich stärker von der finanziellen Situation der einzelnen Vereine geprägt.
Ein oft angeführtes Argument ist die größere Identifikation, die es mit Mannschaften geben soll, in denen mehr Spieler aus der Region auflaufen. In der Praxis ist es nicht haltbar. Die Stadien füllen sich, wenn ein Verein erfolgreich und gut spielt, nicht wenn eine Reihe Einheimischer über das Feld stolpern. Mir zumindest ist es herzlich gleichgültig, ob der FC Energie von einem Stürmer aus Groß Gaglow oder Indonesien zum Klassenerhalt geschossen wird. Zumal selbst die deutschen Spieler in den oberen Ligen nicht aus der Region, sondern aus ganz anderen Teilen des Landes stammen. Wem letztlich wichtiger ist, dass ein Mannschaftsmitglied aus dem Pott statt aus Polen kommt, dem kann man eine gewisse Portion Nationalismus nicht absprechen. Und wer möchte solche Leute schon um sich haben?
Ebenso unsinnig ist das Argument, dass Länder mit der 6+5-Regel bessere Möglichkeiten in internationalen Vergleichen der Nationalmannschaften hätten. Das mag für einige wenige Staaten wie England so sein, wenn auch nicht zwingend. Kleinere Fußball-Nationen wären aber auch hier schlechter dran, weil weniger nationale Spieler schon auf Vereinsebene international Erfahrung sammeln können.
Letztlich bleibt nur das Fazit: Die 6+5-Regelung ist eine Machenschaft von weltfremden Funktionären. Sie ist genauso nützlich wie Anstoßzeiten zur Mittagszeit, die Aufspaltung der Spieltage und Relegationsspiele. Wir brauchen sie nicht!
23.05. 2008
Der Bundesrat hat heute die so genannte “Verordnung über den Lärmschutz bei öffentlichen Fernsehdarbietungen im Freien über die Fußball EM 2008″ beschlossen. Dabei handelt es sich um eine bundesweite Ausnahmeregelung zu den geltenden Lärmschutzvorschriften, nach denen beim Public Viewing wohl um 22 Uhr hätte der Ton abgeschaltet werden müssen. Nun muss darf man mit oberster staatlicher Erlaubnis dem Kommentator bis zum Abpfiff zuhören.
22.05. 2008
Das Verwaltungsgericht Hannover hat die zentrale Datei “Gewalttäter Sport” der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) für unrechtmäßig erklärt. Einem Antrag auf Löschung der gespeicherten Daten muss demnach stattgegeben werden. So das Gericht heute in einer Mitteilung.
21.05. 2008
Da haben wir nun also den Salat. Ab der übernächsten Saison wird der Spieltag noch weiter auseinandergerissen. Fünf verschiedene Anstoßzeiten hat die DFL sich ausgedacht. Das macht es für Interessierte noch schwerer, sich einen vollen Überblick zu verschaffen. Dass dafür ach Spiele pro Saison im Free-TV laufen, ist da wohl nur ein kleiner Trost.
14.02. 2008
Ein Besucher des Fußballspiels FC Energie gegen Bayer Leverkusen wurde gestern vom Amtsgericht Cottbus im beschleunigten Verfahren verurteilt, berichtet HaJo Schulzes Südostsport. Wegen des Zeigens eines Hitlergrußes und “Sieg Heil”-Rufen wurde er zu 2.100 Euro Geldstrafe verurteilt.
Ein Stadionverbot wäre in dem Fall zu begrüßen. Solche Leute wollen wir nicht haben!
13.02. 2008
Dem Fußball in Sachsen-Anhalt droht ein Präzedenzfall. Wie die in Halle erscheinende ‘Mitteldeutsche Zeitung’ (Mittwochsausgabe) berichtet, hat sich erstmals ein Zivilgericht im Land für zuständig erklärt, über die Wertung eines Fußballspiels zu entscheiden. Der Fall der Verbandsliga-Partie Grün-Weiß Piesteritz gegen Grün-Weiß Wolfen (0:1) wird vom Amtsgericht Magdeburg unter dem Aktenzeichen 160/C 318/08 behandelt.
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18.12. 2007
Das Oberverwaltungsgericht hat mit aufgrund mündlicher Verhandlung vom 30.11.2007 ergangenem Urteil auf die Klage einer Anhängerin des 1. FC Dynamo Dresden festgestellt, dass ihre körperliche – mit Entkleiden verbundene – Durchsuchung durch Polizeibeamtinnen anlässlich der Fußballzweitliga-Begegnung zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem 1. FC Dynamo Dresden am 11.3.2005 vor dem Saarbrücker Ludwigsparkstadion rechtswidrig war.
Allerdings sind solch scharfe Kontrollen gegen “unverdächtige Dynamo-Fans” nicht generell falsch, so das Gericht. So kann die “Durchsuchung solcher potentiellen Transporteure im Einzelfall zulässig sein”.
Vetter vom Lawblog hat das komplette, 45 Seiten starke Urteil (PDF) ins Netz gestellt. Es gibt auch eine Pressemitteilung des Gerichts.